September 24

Sadtember – Autorenvorstellung: Daniel Möller

Hallo liebe Leser,

der SadTember befindet sich in vollen Zügen und auch ich möchte meinen Betrag dazu leisten und zwar in Form eines Interviews mit Daniel Möller. Sein Buch heißt  „Das Plagiat“ und wird beim SadWolf Verlag neu verlegt. Zu Beginn des Interviews habe ich ein kleines Portrait für euch.

Name: Daniel Möller
Geb: 1981 in Frankfurt am Main
Bibliografie: * Die Träume die ich rief
                      * Das Plagiat ( neu verlegt im SadWolf Verlag)
Beruf: unterwegs im Maschienenbau


Ein Autor steckt ja nicht nur sein Herz in die Geschichte, sondern auch in die Charaktere, wieviel von dir findet man in deinen Charakteren wieder?
In meinen bisherigen Büchern und Kurzgeschichten höre ich mich selbst noch sehr stark raus. Das ist vielleicht nicht ungewöhnlich, da man selbst am besten weiß, wie man gewisse Situation bestehen würde, aber ich arbeite bereits daran, eigenständigere Charaktere zu entwickeln. Diesen werde ich nichtsdestotrotz noch immer einen Teil von mir leihen. Im Grunde gefällt mir das sehr gut.
Wie sieht denn so deine Schreibroutine aus, hast du bestimmte Rituale beim Schreiben?
Obwohl ich mir vor 2 Jahren mal wieder einen Schreibtisch samt Desktop-PC gegönnt habe, staubt das ganze doch eher ein. Nach wie vor sitze ich mit dem leichten Netbook auf dem Sofa und verknote mit die Finger auf der Minitastatur. Der letzte Roman ist komplett auf dem kleinen Ding entstanden!
Was keinesfalls fehlen darf: Kaffee. Auch wenn der mir ständig kalt wird, ich trinke ihn trotzdem.
Dein aktueller Roman der neu beim Sad Wolf Verlag aufgelegt wird erscheint noch dieses Jahr. Worum geht es in dem Buch?
„DAS PLAGIAT“ handelt vom Verlagsangestellten Christopher, der an einer eigenen Schriftstellerkarriere gescheitert ist und sich seither um den Nachwuchs in der Branche kümmert. Als ihm ein äußerst vielversprechendes Manuskript in die Hände fällt, riecht er schon das große Los. Doch etwas geht nicht mit rechten Dingen zu … als Zweifel an der Originalität aufkommen und der vermeintliche Verfasser plötzlich spurlos verschwindet, steckt Christopher bereits knietief drin.
Hast du derzeit noch andere Schreibprojekte, magst du uns etwas darüber verraten?
Als ich meinen ersten Roman veröffentlichte, tat ich dies auch, um ihn abzuschließen, da mich plötzlich eine Vielzahl an weiteren Ideen überrannten. Zwei davon hatten es mir wirklich angetan, und vor kurzem ist es mir gelungen, diese beiden miteinander zu kombinieren. Der Plot meines nächsten Romans steht also, ebenso der zweifelhafte „Held“ der Geschichte. Er kommt durch Zufall einem gewaltigen Komplott auf die Spur, sieht sich aber nicht in der Lage, allein dagegen vorzugehen. In einem jungen Anwalt findet er unverhoffte Unterstützung, und die hat er auch bitter nötig, wenn er seine Mutter und noch viele weitere potenzielle Opfer retten will!
Du bewegst dich mit deinen Büchern in keinem fest gelegten Genre, ist das Zufall oder war das schon immer so geplant?
Man mag es als Zufall ansehen, auch aber ist es meine Überzeugung. Ich möchte Geschichten schreiben, die zunächst mich selbst begeistern, und das kann meinetwegen ein Thriller, Science-Fiction oder auch ein Liebesroman sein. Das ist so vielfältig wie die Auswahl, die ich auch selbst lese.
Unweigerlich entstehen dabei Genre-Mixe, die momentan noch etwas verpönt und nischenhaft besetzt sind. Schnell wird man in eine Richtung abgestempelt, wo es heißt „Der konnte sich nicht entscheiden“ oder „keine klare Linie“. Doch meine Intention ist es, schlicht zu unterhalten und auch zu überraschen. Möglich, dass mich Filme wie „Fight Club“ stark beeinflusst haben. Oder man denke mal an die Werke von Tarantino …
Wie sieht dein Tag aus, wenn du mal nicht an deinen Schreibprojekten arbeitest?
Da ich kein Vollzeitautor bin, sondern einem gewöhnlichen Erwerb nachgehe, schreibe ich zunächst nach Feierabend, das aber auch sehr häufig, im Schnitt sicher 1-2 Stunden am Tag. Ansonsten unternehme ich aber auch viel mit meiner Familie, gehe gern ins Kino und mache seit einiger Zeit auch wieder mehr Sport.
In deinem Buch “Die Träume, die ich rief” geht es um einen Mann, der sehr real wirkende Träume hat. Wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?
Wie man unschwer erraten kann … tatsächlich im Schlaf (wenn es doch nur immer so wäre)! Den genauen Inhalt des Traums kenne ich nicht mehr, ich weiß nur noch, dass irgendetwas auf der Arbeit fürchterlich schieflief und es einen Riesen Ärger gab. Nach dem Aufwachen musste ich erstmal eine Weile sortieren, was davon nun echt war, und was nicht, denn dieser Traum kam mir unglaublich real vor. Dieses Erlebnis verfolgte mich einige Tage, und ich erinnerte mich an meine Kindheit, als ich Träume ähnlich intensiv erlebte – und es mir bisweilen gelang, sie zu manipulieren oder zu steuern. Letztlich brauchte es nur noch ein wenig Recherche über luzide Träume und die Idee für einen spannenden Plot, und schon legte ich los!
Haben deine Bücher autobiografische Elemente oder ist alles reine Fiktion?
Ich begann meinen ersten Roman im Grunde vollständig autobiographisch mit der Wehmut, wie enttäuscht ich doch bin, kein Schriftsteller geworden zu sein, denn so gern ich las, wollte ich auch spannende Geschichten zu Papier bringen. Doch nie war eine Idee dabei, die mich lange genug fesselte, um sie zu Ende zu spinnen. „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“, fragte ich mich, und plötzlich hatte ich das Schlagwort „Plagiat“ im Kopf (und das war damals sogar vor der berühmten Guttenberg-Affäre).
Plötzlich hatte ich einen Einfall, der mich nicht mehr losließ, und begann eine Geschichte um mich herum zu konstruieren. Es floss noch viel von meiner eigenen Persönlichkeit in Christopher, bis die Story schließlich eine Eigendynamik entwickelte …
Woher nimmst du deine Inspiration zu einem Buch?
Oft sind es Beobachtungen im Alltag, die mir neue Impulse liefern. Da kann es schon passieren, dass Leute von der Straße aufgrund ihres Aussehens oder Eigenarten zu Figuren in meiner Geschichte werden. Gelegentlich fallen mir auch alternative Verläufe oder Enden zu Filmen ein, die ich gerade schaue. Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe einen permanenten Sucher für so etwas aktiviert. Wichtig ist mir, dass eine Idee originell ist und mich eine Weile zu fesseln weiß. Dann bleibe ich auch dran und schaue, was daraus wird.

Welche Ratschläge würdest du anderen angehenden Autoren geben?
Zunächst würde ich raten: einfach schreiben. Die Leidenschaft für Literatur zeigt sich meist schon beim Lesen. Man muss nicht übermäßig viel gelesen haben, aber ein Fable für Sprache sollte man schon haben. Und wenn man glaubt, etwas zu sagen zu haben, warum sollte man das nicht niederschreiben? Daran arbeiten, es formen, sich selbst verbessern, weiterentwickeln, lernen … das braucht seine Zeit, und ist ein notwendiger Prozess, den alle durchleben müssen. Ich bin sogar der Meinung, dieser Lernprozess ist niemals abgeschlossen. Doch wenn du dich berufen fühlst, warum fängst du nicht heute damit an?
Vielen Dank für das Interview. 
Ich hoffe euch hat es gefallen. Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Internetseite : https://wortereich.wordpress.com/
Wir wünschen euch einen schönen Tag und noch viel Spaß beim SadTember. 




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Veröffentlicht24. September 2017 von Booklovers in Kategorie "Interview

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